Workshops am 17.08. nachmittags (Slot 1)

Änderungen möglich. Stand: 8. August 2019


Yallah!? - nach Europa - Geschichten und Politiken am Rande Europas
- Charlotte Kneffel & Tareq Alaows

Im „Langen Sommer der Migration“ 2015 prägte Angela Merkel mit ihrem bekannten Satz „Wir schaffen das!“ die Willkommenskultur in Deutschland. Im Laufe der kommenden Jahre folgte eine Politik der Grenzschließungen und Abschottungen auf europäischer Ebene und verfolgte damit ein Paradigma von „Wir wollen das nicht schaffen!“. In dem Workshop werden wir das europäische Grenzregime unter die Lupe nehmen und uns mit dem EU-Türkei-Deal, der Schließung der Balkanroute, Seenotrettung und der aktuellen Lage an europäischen Außengrenzen beschäftigen. Wir werden der Frage nachgehen, welche Rolle Europa in globalen Zusammenhängen von Migration und Mobilität einnimmt. Dabei greifen wir auch auf eigene Erfahrungen als Aktivist*in und Rechtsberater*in zurück, die wir in Sammelunterkünften und Unterstützungsnetzwerken in Griechenland sammeln konnten. Zum Schluss werden wir uns migrantischen Forderungen, wie das Recht auf Bewegungsfreiheit sowie eigenen Handlungsfähigkeiten in diesem Feld zuwenden.


Vorurteilsfrei - geht das überhaupt? - ein Workshop auf Basis des Anti-Bias-Ansatzes
- Franziska Blath & Marcus Stückroth

Anti-Bias ist ein Ansatz der diskriminierungssensiblen Bildungsarbeit. Er zielt darauf, für das Themenfeld Diskriminierung zu sensibilisieren und die dahinter stehenden Mechanismen auf persönlicher aber auch auf gesellschaftlicher Ebene zu verstehen. Diskriminierung wird dabei nicht allein auf Grundlage von Vorurteilen Einzelner betrachtet, sondern basiert auf vorherrschenden gesellschaftlichen Bildern, Bewertungen und insbesondere auf der ungleichen Verteilung von Privilegien und Ressourcen. Dieser Zusammenhang reicht in vielen Fällen tief hinein die institutionellen, rechtlichen und individuellen Ebenen des Alltags.
Im Workshop arbeiten wir an der Entwicklung, eines vorurteilsbewussten Blicks auf alltägliche Prozesse. Gemeinsam versuchen wir, die Mechanismen hinter Diskriminierung sichtbar zu machen, die eigenen Positionen zu reflektieren, die Selbstverständlichkeit eigener Privilegien zu hinterfragen und darauf aufbauend Handlungsmöglichkeiten für das eigene (Arbeits-) Umfeld zu entwickeln. Auf dieser Grundlage ist es möglich, zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Machtposition zu gelangen und im Alltag handlungsfähig zu bleiben und zu werden.
Zu den Trainer*innen:
Franziska Blath ist Anti-Bias Trainerin und Sozialarbeiterin. Ihre gesellschaftlichen Positionierungen sind: weiß/Cis-Frau/Feministin.
Marcus Stückroth ist Anti-Bias Trainer und Fachkraft für Rechtsextremismus. Seine gesellschaftlichen Positonierungen sind: weiß/Cis-Mann.
Hinweis:
Bei unserem Workshop geht es neben der Auseinandersetzung mit eigenen Privilegien und Vorurteilen vor allem auch um individuelle Diskriminierungserfahrungen. Wir möchten vor allem mehrheitlich privilegierte Menschen für das Thema sensibilisieren und über Grundlagen zum Thema Diskriminierung sprechen.
Wir möchten, dass sich alle Teilnehmenden wohl fühlen und ihre Erfahrungen teilen können. Im Rahmen des Workshops können wir aber leider, auch auf Grund unserer eignen gesellschaftlichen Positionierungen (bei Franziska Blath: weiß/Cis-Frau/Feministin, bei Marcus Stückroth: weiß/Cis-Mann), nur einen bedingt geschützten Raum kreieren oder Empowerment leisten.


Transition Theater: Vom Klimawandel zum Wandelklima?
- Dominik Werner

„We must globaly warm our hearts and change the climate of our souls“ Was der Poet und Aktivist Prince Ea in seinem Gedicht „sorry“ beschreibt, stellt eine der größten Herausforderungen weltweit angesichts des Klimawandels dar: Wie können wir uns als Menschen diesem globalen Thema ganz und gar stellen um gemeinsam ein gesellschaftliches Klima des Wandels zu gestalten? Wie kann ich als einzelner Ungerechtigkeit bekämpfen und Umwelt- und Ressourcenschonend einen positiven gesellschaftlichen Wandel gestalten, der beim einzelnen anfängt, jedoch nicht bei diesem aufhört, sondern der Verantwortung eines vernetzten Tuns in einer globalisierten Welt gerecht wird? In diesem Theaterworkshop erkunden wir welche individuellen und gesellschaftlichen Narrative uns blockieren oder unterstützen um angesichts der Klimakrise aktiv werden zu können. Mit Übungen aus Theater-, Tiefenökologie und Poesie.


Open Source - Digitale Freiheit (oder: Your hippie granddads socialist software ;))
- Nici Heinimann und Johannes Pein (AK Kritische Informatik Leipzig)

Software ist in unseren Leben allgegenwärtig. Aber wem gehört diese Software? Gibt es Alternativen zu Google, Microsoft und Co? Was ist Open-Source? Und welche anderen Dimensionen kann der Open-Source Gedanke annehmen? In diesem Workshop beleuchten wir die Unterschiede zwischen freier, Open- Source (OS) Software und unfreier, proprietärer Software (Windows, Youtube, etc.) und zeigen die vielfältige Alternativen auf. Wir möchten ein Bewusstsein für die Vorteile von OS Software schaffen und zur Nutzung dieser (statt proprietärer, unfreier Software) im Alltag zu empowern. Der OS Gedanke ist jedoch nicht nur auf Software begrenzt, sondern begegnet uns überall dort, wo unsere derzeitiges gesellschaftliches Verständnis von Urheberrecht gegen den Menschen statt für Ihn arbeitet. In einer Diskussion zu den weiteren Anwendungsgebieten des
Open-Source Gedankens in unserer Gesellschaft möchten wir ein Verständnis für dieses Problem schaffen und Lösungsansätze aus der Pharma, Agrar- und Hardwareindustrie vorstellen.
Welche proprietären Anwendungen benutzt ihr täglich? Welche Probleme treten dabei auf? Welche Erfahrungen habt ihr mit Open-Source Software gemacht? Im Praxisteil des Workshops möchten wir (zusammen mich euch, auf euren Geräten) einige Open Source Anwendungen vorstellen. In einer Installationsparty sollen auf jedem mitgebrachten Gerat der sichere Messenger Signal, Tools zur Passwortsicherheit (Passwortmanager & One-Time-Password) und auf Android-Geräten der alternative AppStore F-Droid gemeinsam installiert und ausprobiert werden. In Gruppen soll danach die Installation von Linux gemeinsam durchgeführt und einige alltägliche Funktionen ausgetestet werden.
Hinweis: Fur den Praxisteil ist das Mitbringen eigener Geräte (Smartphones & Laptops) erwünscht.


Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ). Gesellschaftliche Werte in der Wirtschaft leben
- Thomas Uloth & Jan Beitlich (Internationaler Verein zur Förderung der Gemeinwohl-Ökonomie e.V.)

Im Workshop Gemeinwohl-Ökonomie – Gesellschaftliche Werte in der Wirtschaft leben, werden die beiden Referierenden Thomas und Jan gemeinsam mit den Teilnehmenden herausfinden, was die zentralen Werte unserer Gesellschaft sind und wie diese in unsere Wirtschaftsweise eingebnden werden können. Hierfür wird die GWÖ-Bewegung vorgestellt, welche mit ihrer GWÖ-Bilanz ein Instrument entwickelt hat, das sich schon seit 2011 in der praktischen Anwendung bei über 400 Unternehmen bewährt hat. An ausgewählten Beispielen werden die Teilnehmenden selbst in die Bilanz eintauchen um so ein Gespür dafür zu bekommen wie auch jede*r selbst dazu beitragen kann, ein Gemeinwohldenken im Unternehmen anzustoßen.
Außerdem werden die Referierenden mit den Teilnehmenden gemeinsam erarbeiten, welche Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, um unsere gesellschaftlichen Werte in der Wirtschaft mit Leben zu erfüllen. In einem Selbstexperiment werden die Teilnehmenden mit dem „Systemischen Konsensieren“, ein Instrument der demokratischen Entscheidungsfindung, kennen lernen.


Energie - Persönlicher Bezug und Alternativen
- Christian Kuhtz

In diesem Workshop soll es darum gehen, den persönlichen Bezug zu Energie näher kennenzulernen. Welche Rolle nimmt Energie in meinem Leben ein und in welchen Formen ist sie eigentlich in ihm präsent? Was wäre, wenn Energie in dem jetzigen Maße nicht mehr verfügbar wäre? Diesen Fragen wollen wir uns kritisch stellen. Außerdem soll es darum gehen, danach zu suchen, auf welche Art und Weise wir Alternativen finden können, in unserem eigenen Leben energiesparender zu sein und möglicherweise Konzepte finden, mit denen ein autarker und nachhaltiger Zustand erreicht werden kann.


Durch Handeln wandeln – Kreativer Aktivismus
- Maya Wochner, Charlotte von Bonin & Matthias Moser (Demokratische Stimme der Jugend e.V.)

Aus welcher Haltung heraus willst Du die Welt verändern und gestalten? Weltliebe oder Weltschmerz? Wie kann man angesichts all der Probleme auf dieser Welt positiv, optimistisch bleiben und Hoffnung zu verbreiten? Welchen Unterschied gibt es zwischen einem Handeln aus Dankbarkeit oder Dringlichkeit? Welche Haltung möchtest Du haben?Aus der gefundenen Grundhaltung heraus werden wir über Formen des künstlerischen Aktivismus sprechen. Wie können wir künstlerische Formen der klaren Positionierung zur Welt finden, und damit Menschen auf ganz anderen Ebenen erreichen, als durch den rationalen Verstand? Wir erzählen von eigenen Erfahrungen mit „Kreaktivismus“ und suchen mit euch Wege und Möglichkeiten, mit denen wir durch Handeln wandeln können.
Wir freuen uns auf euch!


Awareness Through the Body (ATB) / Bewusstsein durch den Körper
Eine Methode um Konzentration, Entspannung und Selbstkenntnis zu fördern
- Sandy Stoltwisch (Kindheitspädagogin & ATB Anleiterin)

ATB ist ein auf Achtsamkeit basierendes Spiel- und Bewegungsangebot mit Einheiten zur Entspannung und Selbstreflexion.
ATB beinhaltet sowohl Einzel- als auch Gruppenaktivitäten, welche einen Zugang zu Konzentration, Fokus und Selbstwahrnehmung bieten.
ATB wird als Weg verstanden sowohl bei Kindern, Jugendlichen als auch Erwachsenen, das Selbstbewusstsein und die Selbstwirksamkeit zu stärken.
Awareness Through the Body (ATB) ist ein umfassendes Angebot von verschiedenen Aktivitäten aus unterschiedlichen Disziplinen zur Steigerung von bewusster Wahrnehmung des eigenen Körpers und der Sensibilisierung des*der Teilnehmer*in für psychosomatische Prozesse. ATB bietet Möglichkeiten bestehende Verbindungen zwischen Gedanken, Emotionen und dem physischen Körper zu entdecken und diese verschiedenen Teile in ein harmonisches Gleichgewicht zu bringen. Das ATB Angebot basiert darauf Teilnehmende empfänglich für die unaufhörliche Vielzahl aller Eindrücke und Einflüsse werden zu lassen, die sowohl innerlich als auch äußerlich wirken. ATB Aktivitäten verhelfen diese Vielschichtigkeit zu entdecken und bieten eine Art „Werkzeugkiste“ für den Alltag um mit der Komplexität des eigenen Ich´s bewusst umzugehen.
Hinweis: Kommt bitte in Wohlfühlklamotten. Wer eine Yoga-, oder Isomatte und/oder eine Decke hat bringe diese bitte mit. Wir machen keinen Sport, aber der Körper kommt nach eigenem Ermessen in Bewegung. Bringt euch bei warmen Temperaturen gerne etwas Wasser zum trinken mit. Bewegung und Ruhe finden beim ATB im kontinuierlichen Wechsel statt. Sollte es an dem Tag etwas kühler sein sind Socken oder ein Schal/Pulli für die ruhigen Phasen manchmal ganz angenehm. Beim ATB können Alle mitmachen, Inklusion ist selbstverständlich. Eine Übersetzung ins Englische, falls erforderlich, ist ebenfalls möglich. Mit herzlichen Grüßen, Sandy Soltwisch