Workshops am 20.08. nachmittags (Slot 4)

Änderungen möglich. Stand: 8. August 2019


Wirkung des Anthropozentrismus auf unser Leben, Natur und Umwelt
- Mercedes Corrales (Lehrbeauftragte an der Leuphana Universität)

Der Workshop behandelt das Konzept des „Anthropozentrismus“ und dessen Einfluss auf die Entwicklung unserer Gesellschaft. Wir diskutieren gemeinsam darüber, warum wir dazu neigen, anthropozentrisch zu denken, wie sich diese Denkungsart auf unser Leben auswirkt und welche Konsequenzen dies auf Natur und Umwelt hat. Diskussionsgrundlage ist eine partizipative PowerPoint Präsentation. In Gruppen werden die Teilnehmer nach Lösungen suchen, wie unser Verhalten gegenüber der Natur und Umwelt  geändert werden kann, welche Kommunikationsmethoden zur Umstellung dieser Denkungsweise geeignet sind und wie Menschen dazu gebracht werden können, bei der Produktion und beim Konsum von Gütern auch an deren Entsorgung zu denken. Wie kann der Ausstoß von Klimagasen durch eine Umstellung der Konsumgewohnheiten reduziert werden und wie kann diese modifizierte Weltsicht in Projekten integriert werden? Die Ergebnisse werden dann im Plenum analysiert und diskutiert.


Weltbewusste Ernährung – wie politisch ist vegan?
- Friederike Schmitz

Die aktuelle Nutztierhaltung sorgt für großes Tierleid, globale Ungerechtigkeit, Umweltzerstörung und jede Menge Treibhausgase. Eine Antwort darauf ist auf individueller Ebene die vegane Lebensweise. Viele Veganer*innen engagieren sich darüber hinaus politisch in der Tierrechts- und Klimabewegung. Im Workshop sprechen wir über die Motive für und Vorbehalte gegen den Veganismus, dabei ist Raum für eure Fragen und Bedenken. Außerdem diskutieren wir Wege, über den Konsum hinaus  aktiv zu werden.


Staaten in der Schuldenfalle – Wie Schulden als Entwicklungshindernis wirken und globaler Abhängigkeitsstrukturen verfestigend?
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Malina Stutz (erlassjahr.de – Entwicklung braucht Entschuldung e. V.)

Im kapitalistischen Wirtschaftssystem ist die Aufnahme von Krediten eine Notwendigkeit um anhaltendes Wachstum und Entwicklung zu erzeugen. Davon sind auch Staaten nicht ausgenommen. Ebenso wie Privatpersonen oder Unternehmen können jedoch auch Staaten in die Zahlungsunfähigkeit geraten. Ursachen dafür können vielfältig sein und beschränken sich nicht allein auf die „unverantwortliche“ Kreditaufnahme von Seiten der Empfängerländer. Trotzdem gibt es auf internationaler Ebene noch immer kein faires und transparentes Verfahren, wie im Falle der Überschuldung mit den ausstehenden Schulden umgegangen wird. Was in einem Rechtsstaat undenkbar wäre, ist auf internationaler Ebene gängige Praxis: Hier entscheiden zumeist die Kreditgeber selbst, welche Einschnitte im zahlungsunfähigen Staat für die Bedienung der Forderungen zumutbar sind. Dies führt häufig dazu, dass im Zuge von Einsparungen der öffentlichen Ausgaben und Privatisierungen Menschenrechte grundlegend verletzt werden. Auf globaler Ebene werden dadurch Ungleichheiten und strukturelle Abhängigkeiten aufgebaut und verfestigt. Im Workshop soll diese Problematik allgemein und an Hand von konkreten Fallbeispielen diskutiert werden. Dabei wird unter anderen ein Schwerpunkt auf die ostkaribischen Inselstaaten gelegt werden, die im Zuge des Klimawandels zunehmend von den Folgen schwerer Naturkatastrophen betroffen sind und sich dadurch zum Teil plötzlich in einer kritischen Verschuldungssituation befinden. Mögliche Lösungsansätze der allgemeinen Problematik sowie konkrete Vorschläge sollen im Workshop vorgestellt und diskutiert werden.
Hinweis: Dieser Workshop findet ein zweites Mal am Mittwochnachmittag statt.


Entwicklungszusammenarbeit postkolonial gedacht
- Linda Meier

Du hast selbst einen Freiwilligendienst gemacht oder interessierst dich für Themen rund um die Entwicklungszusammenarbeit? Dann bist du hier richtig! Wir wollen in diesem Workshop einen kritischen Blick auf die deutsche Entwicklungszusammenarbeit werfen. Dabei werden wir klassische Begriffe wie "Hilfe", "Entwicklung" und "Zusammenarbeit" aus postkolonialer Perspektive betrachten und unser eigenes Handeln in diesem Kontext hinterfragen. Auch soll es Raum geben um das Thema Postkolonialität in Zusammenhang mit unserer Rolle als Deutsche*r oder als Weiße*r in einem Land des Globalen Nordens zu hinterfragen. Es soll viel Raum für kritische Reflexion, Nachfragen und Diskussion geben. Bei diesem Workshop seid ihr und eure Erfahrungen gefragt!


Klimagerechtigkeit, oder: Welche Strukturen müssen wir für eine bessere Welt revolutionieren und wie?
- Tobias Bachmann

Die Klimagerechtigkeitsbewegung ist so stark wie nie und setzt die "alten weißen Männer" in Vorstandsetagen und Parlamenten ordentlich unter Druck. Auf Schulstreiks und anderen Klimaaktionen schreien wir mit Tausenden laut im Chor nach Veränderung: "What do we want?" "Climate justice!" "When do we want that?" "Now!"
Doch was fordern wir da eigentlich so dringend? Entlang welcher Achsen verläuft Klimaungerechtigkeit und was hat das ganze mit uns zu tun? Welche Strukturen gilt es einzureißen, um die Reproduktion von Ungerechtigkeit zu verhindern? Welche Strukturen müssen wir gleichzeitig schaffen, um eine klimagerechtere Welt zu leben und wie geht das?
Ein interaktiver, bewegungsnaher Workshop zum Antworten suchen, kontrovers diskutieren und Perspektiven entdecken.


Jenseits der Imperialen Lebensweise
- Ulrich Brand (Professor für Internationale Politik am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien)

Der weltweite Wettlauf um Zugang und Kontrolle von knappen fossilen Energierohstoffen, strategischen Metallen, aber auch um Land, genetische Ressourcen und Wasser zerstört nicht nur Umwelt und verletzt Menschenrechte. Wir beobachten auch eine zunehmende Einschränkung demokratischer Handlungsspielräume. Wie nutzen und verteilen wir unsere natürlichen Ressourcen im globalen Süden und Norden? Und wer entscheidet darüber? Das sind für uns Kernfragen einer gerechten und nachhaltigen Ressourcenpolitik – in Deutschland und global.


Einfälle statt Abfälle
- Christian Kuhtz

In diesem Workshop geht es darum, alten Gegenständen neues Leben einzuhauchen, sie zu reparieren oder umzufunktionieren und so wieder nutzbar zu machen. Es werden Alternativen aufgezeigt und auch konkret umgesetzt, wie sogenannter Müll kreativ verwertet werden kann.
So werden wir aus Schrott und Abbruchmaterial in Bauweisen, die Du mit einfachen Mitteln nachmachen kannst, Anlagen zur Nutzung der Sonnenwärme bauen: Schwerpunkt sind dieses Jahr Solarwärmeenergieanlagen, v.a. Solarduschen. Verschiedene weitere „Einfälle“-Projekte sind möglich.
Hinweis: Dieser Workshop findet nahezu die gesamte Konferenz über statt.


Beruf und Berufung (Teil 2/2)
- Matthias Frischer

Wie können wir unseren Beruf zur Berufung machen? Und wie finden wir überhaupt heraus was unsere Berufung ist?
In diesem Workshop zeigen wir unterschiedliche Wege auf, sich seiner eigenen Talente und Fähigkeiten bewusst zu werden. Wir fragen uns: Was mache ich gerne? Was interessiert und begeistert mich? Was liegt mir wirklich am Herzen und entspricht ganz mir? Dabei orientieren wir uns am Prozess nach Otto Scharmer und wollen nicht nur mit unserem Kopf nach Antworten suchen sondern auch das Herz und die eigene Intuition miteinbeziehen. Ist der innere Kompass erst einmal freigelegt, so finden sich auch im Außen entsprechende Berufsbilder die der persönlichen Leidenschaft und Begabung entsprechen.
Hinweis: Dieser Doppel-Workshop erstreckt sich über zwei Workshopslots. Der erste Teil findet am Vormittag statt.