Workshops am 20.08. vormittags (Slot 3)

Änderungen möglich. Stand: 8. August 2019

„Spielen wir heute wieder Mama-Papa-Kind?“ – Heteronormativität, Beziehung und Familie
- Jochen König

Heteronormativität bezeichnet die Vorstellung, es gäbe ausschließlich Frauen und Männer und „normalerweise“ würden diese nach heterosexuellen Beziehungen streben, in ebensolchen Beziehungen zusammenleben und Familien gründen. Überall begegnet uns diese Vorstellung. Ob in den Erwartungen unserer Eltern, die uns danach fragen, ob wir endlich (wieder) einen Freund oder eine Freundin haben oder wann wir denn Kinder bekommen möchten, in Filmen und Serien oder in Gesprächen mit Kommiliton*innen oder Kolleg*innen. Im Workshop schauen wir uns an, wie diese Heteronormativität funktioniert, wer uns erzählt, was „normal“ sein soll und was nicht, wir überlegen, wo uns das einschränkt und wie wir vielleicht eigentlich viel lieber leben möchten.


Grüne Ökonomie und radikale sozial-ökologische Transformation im globalen Norden und Süden: Wie radikal muss der Wandel sein?
- Ulrich Brand (Professor für Internationale Politik am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien)

Neben den politischen „Weiter so!“-Strategien, die eine weitere Verschlimmerung der Umwelt- und Klimasituation bedeuten, haben sich in den letzten Jahren verschiedene Strategien eines sozial-ökologischen Umbaus herausgebildet. In dem Workshop werden die beiden im Titel genannten Strategien dargestellt, um zu diskutieren, was jeweils Stärken und Schwächen sind. Das wird an Beispielen in Bereichen wie Energieversorgung und Ernährung ausgeführt. Die Teilnehmenden werden sich dabei auch mit der internationalen Dimension von Transformationsprozessen, Einflüsse des globalen Nordens auf den Süden und andersherum auseinandersetzen. Im Workshop wird auf das Wissen der Teilnehmenden zurückgegriffen und es gibt eine Mischung aus kurzen Inputs des Workshop-Leiters, Arbeitsgruppen und Diskussionen im Plenum.


Auf den Spuren des Bergbaus in Südamerika in Zeiten der Globalisierung
- Linda Meier

Mittlerweile haben wir bei Lebensmitteln und Kleidung oft die Möglichkeit diese auf ihr Herkunfts- und Herstellungsland zurückzuverfolgen. Doch wie ist das mit Schmuck aus Gold und Silber, Metallen und Seltenen Erden die in unseren Handys vorhanden sind? Südamerika ist reich an Ressourcen; Gold, Silber und Kupfer werden in hohen Mengen nach Europa, Nordamerika und Asien exportiert. Doch was bleibt in den Ländern selbst? Oft geht der Bergbau in Ländern des Globalen Südens mit Land und Water Grabbing, Umweltverschmutzung und blutigen Konflikten einher. Beispielhaft anhand Perus wollen wir uns bei diesem Workshop damit auseinandersetzen, was Bergbau für das Land für postive und negative Faktoren mit sich bringt und wie unsere Rolle, innerhalb einer globalisierten Welt, darin zu verorten ist. Außerdem soll es viel Raum für Diskussion und eigene Handlungsoptionen geben.


Einfälle statt Abfälle
- Christian Kuhtz

In diesem Workshop geht es darum, alten Gegenständen neues Leben einzuhauchen, sie zu reparieren oder umzufunktionieren und so wieder nutzbar zu machen. Es werden Alternativen aufgezeigt und auch konkret umgesetzt, wie sogenannter Müll kreativ verwertet werden kann.
So werden wir aus Schrott und Abbruchmaterial in Bauweisen, die Du mit einfachen Mitteln nachmachen kannst, Anlagen zur Nutzung der Sonnenwärme bauen: Schwerpunkt sind dieses Jahr Solarwärmeenergieanlagen, v.a. Solarduschen. Verschiedene weitere „Einfälle“-Projekte sind möglich.
Hinweis: Dieser Workshop findet nahezu die gesamte Konferenz über statt.


Die Welt verändern – aber wie? Aktivismusformen und Aktionsideen
- Friederike Schmitz

Klimakrise, Diskriminierung, Ausbeutung, Umweltzerstörung, Gewalt – in unserer Gesellschaft läuft so viel verkehrt, dass wir oft gar nicht wissen, wo wir anfangen sollen. Offenbar reicht es nicht, alle paar Jahre wählen zu gehen oder auf den eigenen Konsum zu achten. Viele Probleme gehen auf politische und wirtschaftliche Strukturen zurück. Wie können wir wirksam etwas verändern? Wir sprechen gemeinsam über verschiedene Formen von politischem Aktivismus, sammeln Aktionsideen und denken eure Ideen konkret weiter – damit wir gleich anfangen können!


Contact Improvisation
- Merle Deutschmann

Contact Improvisation ist ein zeitgenössischer Tanzstil, bei dem es um die aktive Entdeckung aller Bewegungsmöglichkeiten geht, die zwei oder mehr menschliche Körper ausführen können. Spontan und kreativ können die Teilnehmenden ihren Empfindungen in Bewegung Ausdruck verleihen und gleichzeitig lernen achtsam mit sich selbst und dem Gegenüber zu sein.


Beruf und Berufung (Teil 1/2)
- Matthias Frischer

Wie können wir unseren Beruf zur Berufung machen? Und wie finden wir überhaupt heraus was unsere Berufung ist?
In diesem Workshop zeigen wir unterschiedliche Wege auf, sich seiner eigenen Talente und Fähigkeiten bewusst zu werden. Wir fragen uns: Was mache ich gerne? Was interessiert und begeistert mich? Was liegt mir wirklich am Herzen und entspricht ganz mir? Dabei orientieren wir uns am Prozess nach Otto Scharmer und wollen nicht nur mit unserem Kopf nach Antworten suchen sondern auch das Herz und die eigene Intuition miteinbeziehen. Ist der innere Kompass erst einmal freigelegt, so finden sich auch im Außen entsprechende Berufsbilder die der persönlichen Leidenschaft und Begabung entsprechen.
Hinweis: Dieser Doppel-Workshop erstreckt sich über zwei Workshopslots. Der zweite Teil findet am Nachmittag statt.


After Work: Arbeit und Nachhaltigkeit – geht das zusammen?
- Tobi Rosswog

Seit 1972 und damit dem Bericht des Club of Rome ist mittlerweile allen bewusst, dass es auf einem begrenzten Planeten kein unendliches Wachstum geben kann. Die Wachstumslogik wird dank der degrowth Bewegung immer mehr hinterfragt. Das gut und wichtig. Allerdings fehlt dabei etwas entscheidendes: Wir stellen die Arbeitslogik nicht in Frage, die mit ihrem Produktivitäts- und Beschäftigungsfetisch dafür verantwortlich ist, dass destruktive Arbeit weiterhin legitimiert und praktiziert wird. Das Arbeitsplatz-Argument a la „Hauptsache es gibt Arbeitsplätze“ blendet alle. Egal, ob Du mit Deiner Arbeit im Kohlekraftwerk dem Klimawandel ordentlich einheizt oder in Großunternehmen andere Menschen global ausbeutest – es spielt keine Rolle. Die ökosoziale Perspektive wird im Namen der angeblich doch so notwendigen Arbeit außer Acht gelassen und vollkommen ignoriert. Dabei sollte allen klar sein: Auf einem toten Planeten gibt es keine Arbeitsplätze. In diesem Workshop nähern wir uns dem Zusammenhängen zwischen Arbeit und Umwelt, Gesundheit,Soziales und vielem mehr. Wir laden ein sich Gedanken jenseits des Arbeitsfetisch hin zu einer radikal nachhaltigen Post-Work-Gesellschaft zu machen und praktisch zu werden.
Wir stellen uns Fragen: Was macht Arbeit mit uns? Was macht Arbeit mit der Welt? Und: Warum arbeiten wir? Und ganz wichtig: Wie können Lebensmodelle aussehen, ohne Arbeit zu leben?