Workshops am 21.08. nachmittags (Slot 5)

Änderungen möglich. Stand: 7. August 2019


Struktureller Rassismus
- Patrick Jürgens (VisaWie? FF e.V.)

Mit einem deutschen Reisepass kann mensch ohne Probleme in 174 Länder dieser Erde einreisen. Umgekehrt ist nur für 81 Länder die Einreise nach Deutschland visafrei. Alle anderen Menschen müssen ein kompliziertes Visaverfahren durchlaufen und sind letztlich der Willkür der deutschen Behörden ausgesetzt. Ob die zuständige Botschaft ein Visum ausstellt, hängt nicht zuletzt von der Herkunft des/der antragstellenden Person ab. Diese aktuelle Situation in der Visavergabepraxis ist eine von weißen Menschen aus dem Globalen Norden geschaffene, hinter der machtmotivierte Ansichten stehen. Wie genau läuft die Deutsche/Europäische Visavergabe ab? Welche machtmotivierten Ansichten stehen hinter dieser Visavergabepraxis? Und wie ist es im Laufe der Geschichte zu diesem System gekommen? All dies sind Fragen, die wir gemeinsam in diesem Workshop erläutern und auf die wir Antworten suchen werden.


Staaten in der Schuldenfalle – Wie Schulden als Entwicklungshindernis wirken und globaler Abhängigkeitsstrukturen verfestigen
- Malina Stutz (erlassjahr.de – Entwicklung braucht Entschuldung e. V.)

Im kapitalistischen Wirtschaftssystem ist die Aufnahme von Krediten eine Notwendigkeit um anhaltendes Wachstum und Entwicklung zu erzeugen. Davon sind auch Staaten nicht ausgenommen. Ebenso wie Privatpersonen oder Unternehmen können jedoch auch Staaten in die Zahlungsunfähigkeit geraten. Ursachen dafür können vielfältig sein und beschränken sich nicht allein auf die „unverantwortliche“ Kreditaufnahme von Seiten der Empfängerländer. Trotzdem gibt es auf internationaler Ebene noch immer kein faires und transparentes Verfahren, wie im Falle der Überschuldung mit den ausstehenden Schulden umgegangen wird. Was in einem Rechtsstaat undenkbar wäre, ist auf internationaler Ebene gängige Praxis: Hier entscheiden zumeist die Kreditgeber selbst, welche Einschnitte im zahlungsunfähigen Staat für die Bedienung der Forderungen zumutbar sind. Dies führt häufig dazu, dass im Zuge von Einsparungen der öffentlichen Ausgaben und Privatisierungen Menschenrechte grundlegend verletzt werden. Auf globaler Ebene werden dadurch Ungleichheiten und strukturelle Abhängigkeiten aufgebaut und verfestigt. Im Workshop soll diese Problematik allgemein und an Hand von konkreten Fallbeispielen diskutiert werden. Dabei wird unter anderen ein Schwerpunkt auf die ostkaribischen Inselstaaten gelegt werden, die im Zuge des Klimawandels zunehmend von den Folgen schwerer Naturkatastrophen betroffen sind und sich dadurch zum Teil plötzlich in einer kritischen Verschuldungssituation befinden. Mögliche Lösungsansätze der allgemeinen Problematik sowie konkrete Vorschläge sollen im Workshop vorgestellt und diskutiert werden.


Raufspiele
- Merle Deutschmann

Ein Raum mit Matten. Ein Kreis aus Menschen, sitzend. Einer begibt sich in die Mitte und fordert eine weitere Person heraus. Stimmt diese zu, sind zwei in der Mitte. Kampf, Spiel, Kontakt, zwei Menschen, gegeneinander, miteinander. Und der Kreis drum herum schaut zu und ist gespannt was als nächstes passiert.
Das ist ein Format namens playfight, es macht unglaublichen Spaß und jeder kann mitmachen, denn: Es sind immer zwei Menschen innerhalb des Kreises, die für sich und beide zusammen von Moment zu Moment entscheiden, was gerade angebracht ist. Das können einfach Berührungen sein, sich lange anschauen, kämpfen, kuscheln, … Die einzige Grenze ist ein gesagtes  „Stopp“ der anderen Person. Das Schöne ist, dass keiner vorher weiß, was gleich passieren wird. Alles ist offen und hängt sowohl von mir als auch von der anderen Person ab.


Kaleidoskop der alternativen Bildungsmöglichkeiten
- Alexander Capistran

Wir alle kennen konventionelle Bildungsangebote wie Schulen, Hochschulen oder Ausbildungen zur Genüge. Wenige wissen, dass es darüber hinaus noch ein großes Feld von Alternativen gibt, nämlich selbstorganisierte kleine Freiwilligendienste, unabhängige Bildungsprojekte, andersartige und seltene Studiengänge und vieles mehr. Wusstest Du, dass es eine Dorf-Universität gibt? Dass man einen Bachelorabschluss bekommt in „Studium Individuale“? Oder kennst Du die „Akademie für angewandtes gutes Leben“?
Neben einer Reflexion des eigenen Bildungswegs und der Wünsche für den weiteren Bildungsweg werden inspirierende und mutmachende Initiativen vorgestellt, die eine andere Bildung vorleben. Als langjähriger Ressortleiter für Freie Bildung bei dem Magazin Oya kenne ich die Szene sehr gut und freue mich weiter dazu zu lernen.


Grundlagen der Gewaltfreien Kommunikation (GFK)
- Holger & Kathrin (Kommunikationsgefährt*innen)

Der Begriff „gewaltfrei“ bezieht sich bei weitem nicht nur auf körperliche Unversehrtheit. Er bezieht sich darauf, ob alle Bedürfnisse berücksichtigt und einbezogen werden (die eigenen und die anderer Personen). Die Ansätze der GFK bieten eine gute Orientierung bei Konflikten und Lebensthemen. Schlüsselunterscheidungen helfen, destruktive Alltagsmuster zu verstehen und in einen friedlichen Umgang mit sich selbst und anderen zu transformieren.


Friedens- & Konfilktforschung
- Lena Merkle (Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Internationale Beziehungen an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg)

Postkonfliktgesellschaften zu stabilisieren gehört zu einen der größten Herausforderungen der Friedens- und Konfliktforschung. Wenn entwicklungspolitische, Wiederaufbau-, Menschenrechtsbildungs- und Vergangenheitsbewältigungsmaßnahmen nicht gut ineinandergreifen ist insbesondere in Bürgerkriegsländern die Gefahr eines Rückfalls groß.


Bedingungsloses Grundeinkommen ... Neoliberal oder emanzipatorisch?
- Elisabeth Voß

Was ist eigentlich genau damit gemeint, wenn vom „Bedingungslosen Grundeinkommen" (BGE) gesprochen wird? Wer möchte es einführen, wem nützt es, und was für Probleme oder Risiken kann es mit sich bringen? Eignet sich das BGE als Instrument für mehr soziale Gerechtigkeit, ja kann es vielleicht sogar einen Beitrag leisten zur notwendigen gesellschaftlichen Transformation? Welche Erfahrungen gibt es schon damit? Und wie könnte ein BGE emanzipatorisch, geschlechtergerecht und ökologisch tragfähig ausgestaltet werden? Ist das BGE in der Lage, einen Beitrag dazu zu leisten, die weltweite Armut zu mindern?