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Thomas Friemel - Gründer und Chefredakteur von enorm

Thomas FriemelEs ist Zeit gekommen für ein neues Denken.

Ein Denken, das die Spielregeln unserer Marktwirtschaft neu definiert und darauf ausgerichtet ist, die offenkundigen Missstände in unserer globalen Gesellschaft aus der Welt zu schaffen. Eine Neudefinition unseres Wirtschaftens und unserer Lebensweisen.

Der Ruf nach Social Businesses zur Überwindung von Hunger, weltweiter Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung wird immer lauter. Vor Kurzem wurde dem Thema ein eigenes Magazin gewidmet, welches so erfolgreich ist, wie man es sich vorher nicht hätte denken können.

Der Gründer und Chefredakteur von enorm, Thomas Friemel, wird am 8. August die undjetzt?! - Konferenz mit einem Startschuss eröffnen. Ein Startschuss, der in einer Vision eines weiter entwickelten Wirtschaftssystems besteht, das von fundamental ethischen Grundsätzen geleitet wird, aber dennoch nicht dem Gutmenschentum verfällt.

Thomas Friemel, studierter Politologe, der sein damaliges Studium mit dem Wunsch angefangen hatte, Entwicklungshelfer zu werden, hat 2009 in Zusammenarbeit mit dem Genesis Inistitute für Social Business das Magazin enorm gegründet - bis dahin eine unbesetzte Marktlücke auf dem hiesigen Markt. Das Magazin hat zum Ziel, den Ansatz des Social Business, das Kapitalismus, Soziales und die Ökologie miteinander vereint, in die Gesellschaft zu tragen und sie davon zu begeistern.

Foto: enorm Magazin

 

Holger Meerwarth

Holger Meerwarth

Nichts lässt sich in der Welt bewegen, ohne andere Mitstreiter von den eigenen Ideen zu überzeugen. Das war schon immer so, aber die globalisierten Zeiten verlangen immer mehr, gemeinsam zu denken und zu handeln. Glücklicherweise haben sie auch neue, für alle zugängliche Möglichkeiten der Kommunikation und Vernetzung hervorgebracht. Das klingt schön, gestaltet sich in der Realität aber leider recht kompliziert. Die Botschaften, die jeden einzelnen von uns erreichen, werden täglich mehr. Wie können wir da überhaupt noch andere ansprechen und sie von etwas begeistern? Eine entscheidende Frage, die oft darüber entscheidet, wie sich Bewegungen, Institutionen und Machtblöcke formen. Holger Meerwarth bringt dies auf den Punkt und stellt sich für uns in seinem Vortrag die Frage: „Wie trete ich eine Lawine los?“.

Als Reporter für TV, Radio und Zeitungen hat Holger Meerwarth viele Länder bereist und von dort Geschichten für ein großes Publikum erzählt. Später entwickelte und verantwortete er dann in der ProSieben - Chefredaktion bekannte Fernsehformate. Als bei der börsennotierten Fernsehgruppe internationale Finanzinvestoren das Ruder übernahmen, entschied sich Holger Meerwarth selbst als Unternehmer tätig zu werden. Heute berät er Firmen bei ihrem medialen Auftritt und kreiert Kampagnen. Auch als Produzent ist er tätig - fürs Fernsehen und zunehmend für das Internet. Er ist außerdem Dozent an der Bayerischen Akademie für Fernsehen.  

Foto: Holger Meerwarth

 

Caspar Dohmen

Caspar Dohmen

Einmischen statt Einkaufen - viele überschätzen den Einfluss des kritischen Verbrauchers für eine sozialere und grünere Welt. Mit dem Einkaufswagen alleine werden wir die Gesellschaft nicht umformen. Gefragt sind wir als Bürger, nicht als Konsument. Jeder sollte sich einmischen. Dafür gibt es genügend Ansatzpunkte auf allen Ebenen der Gesellschaft. Die Zeit drängt: Die Weltwirtschaftskrise zeigt wie brüchig das Fundament unserer Gesellschaft ist. Viele unterschätzen den Einfluss von politischen Organisationen. Gerade junge Menschen nehmen ungenügend wahr, dass Macht und Einfluss für sie zum Greifen nahe sind. Es ist höchste Zeit, dass sie sich ein politisches Zuhause schaffen, indem sie ihre eigene Bewegung aufbauen oder eine bestehende Bewegung beeinflussen. Noch steht die junge Generation außerhalb des Spielfelds und das Spiel beherrschen Parteien und Wirtschaftsführer, die die Zeichen der neuen Zeit noch nicht erkannt haben.

Caspar Dohmen ist bekannt geworden durch sein Buch "Let's make Money" und arbeitet bei der Süddeutschen Zeitung als Wirtschaftskorrespondent. Er wird seinen Vortrag am Donnerstag Abend halten. 

 

 

Sascha Liebermann

Sascha  LiebermannFreiheit statt Vollbeschäftigung! - immer lauter schallt dieser Ruf durch Deutschland, Brasilien oder auch Namibia. Es geht um das bedinungslose Grundeinkommen, eine Vision die immer wieder zu abendfüllenden Diskussionen führt und viele fasziniert. Doch was steht dahinter? Worin besteht die Grundidee dieses Einkommens für alle?  Wie würde es jeden Einzelnen von uns verändern? Was würde in unserer Gesellschaft geschehen?

Der Soziologe und Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens Sascha Liebermann wird uns am Montagsabend der undjetzt?! - Konferenz versuchen seine Vision einer Gesellschaft, die mit dem bedingungslosen Grundeinkommen lebt, näherzubringen. 

Das Thema wird in der Gesellschaft und den Medien immer wieder kontrovers dikutiert; deshalb werden wir es nicht beim Vortrag belassen, sondern Interessierten auch am nächsten Morgen noch die Gelegenheit zu intensivem Austausch im Rahmen eines Workshops von und mit Sascha Liebermann geben.

 

 

Kurt Gerhardt

Kurt Gerhardt

Der Dienstag Abend der undjetzt?! - Konferenz wird Kurt Gerhardt und seiner Kritik an der Entwicklungszusamenarbeit gehören. Der ehemalige Landesdirektor des Deutschen Entwicklungsdienstes sieht die sogenannten Nehmerländer durch die Tätigkeit der "Geberländer" entwürdigt und fordert ein weitgehendes Umdenken in der Zunft. Der von ihm mitverfasste "Bonner Aufruf - für eine andere Entwicklungspolitik" sorgte im Jahr 2008 für Furore - nicht nur in den Bonner Büros allerlei Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen, sondern auch darüber hinaus. Scharf formuliert stellt dieser das Fundament der heutigen Entwicklungspolitik infrage. Eines der wenigen wirksamen Mittel aus dem übervollen Werkzeugkasten der Entwicklungszusammenarbeit bleibt für Kurt Gerhardt die Bildungsarmut, für die er sich auch mit zwei Projekten einsetzt.

Doch wie sieht nun diese neue Entwicklungspolitik aus? Wie soll man sie sich vorstellen? Damit wird sich Kurt Gerhardt auf der Konferenz befassen und uns sein Modell eines neuen, wirksameren und vor allem eines nicht entwürdigenden Ansatzes vorstellen. Doch sind seine Statements keinesfalls unumstritten - so wenig wie sie es in der Fachwelt sind, so wenig werden sie es auch in Witten sein.